Baubeschreibung
15.1. Genauigkeit
Ich greife hier das Thema 'Genauigkeit' wieder auf (Stand 25.01.2011), welches wir im RCN-Forum schon mehrfach diskutiert hatten:
Irgendwo
in meiner HP habe ich für die Maschine einen Arbeitsbereich von ca. 400mm x
250mm definiert, innerhalb dessen ich eine Genauigkeit von 0.5%
verspreche.
Außerhalb dieses Arbeitsbereiches führen
Vereinfachungen und Annahmen, die ich in meiner Berechnung gemacht habe
zu spürbaren Abweichungen!
Hauptsächlich spielt hier der Wellendurchmesser der
Seiltrommeln eine Rolle, den ich in meiner Berechnung
vernachlässigt habe.
Als Abhilfemaßnahme kommen zwei Wege in Frage:
- den Wellendurchmesser in der Berechnung berücksichtigen
- den wirksamen Wickeldurchmesser verringern.
Ich habe mich für Maßnahme 2 entschieden und das sieht so aus:
Das Seil wird anstatt über die Seilwinde, über jeweils eine feststehende
Öse geführt.
Damit ist der wirksame Abrollradius ausreichend klein (an
Stelle des Windendurchmessers mit 8.2mm wirkt jetzt der Ösendurchmesser
mit nur mehr 1.5mm)

Hier ist die Umlenk-Öse aus Kupferdraht zu sehen, die zweckmäßigerweise am jeweils gegenüberliegenden Motor befestigt wird.

Hier sieht man die geänderte Seilführung:
Motor_1 ist gegen Motor_2 getauscht.
Die Führung der Seile übernehmen jetzt die Umlenkösen.
Aus dieser Skizze ist leicht ersichtlich, daß entsprechend auch die Geometriedaten angepaßt werden müssen:
- Statt Abstand der Motoren zueinander: Abstand der Ösen zueinander
- Statt Seillänge vom Motor zum Nullpunkt: Jeweils Seillänge von der Öse zum Nullpunkt.
Dabei muß natürlich auch die Zuordnung zu den Motoren getauscht werden:
- Steuerkabel Motor_1 mit Motor_2 und Motor_3 mit Motor_4 tauschen
- und die Step pro Millimeter in der 'Geometriedaten.Dat' entsprechend der Motoren tauschen
15.2. Genauigkeitkontrolle
Hier
beschreibe ich eine praktikable Möglichkeit eine Genauigkeitskontrolle durchzuführen und das Schneideergebnis zu
beurteilen.
15.3.
Plot-Vorrichtung
Unsere
Heißdrahtschneidemaschine kann auch plotten:

An
die Ost-Seite der Arbeitsplatte habe ich eine Magnettafel geklemmt.
Darauf
ist ein Papierbogen befestig.
An Stelle des Schneidedrahtes
wird ein Stift mittels zweier Seile in die Führungseile eingehängt.
Dieser
Stift steckt in einer Kunststoffplatte, die wiederum von zwei kleinen
Magneten an die Schreibplatte gedrückt wird. Das lange Ende der Platte
ist mit Gewichten belastet (ca.250g), damit die Seile immer unter
Vorspannung stehen.

Näher
betrachtet sieht man, daß die Seile am dünnen Ende der
Schreibmine angelenkt werden (es funktioniert sowohl mit
Gel-Stiften als auch mit Kugelschreiberminen).
In
die Kunststoffplatte (Rollglas) habe ich drei Mulden gedrückt, in
zweien davon sind die kleinen Magnete eingelegt und mit
'Knete' (Butyldichtmasse)
fixiert.
Die Kunststoffplatte führt
den Stift so, daß er nicht kippeln kann. Die Magnete bewirken, daß die
Schreibermine leicht gegen das Papier gedrückt wird.

Zum Plotten habe ich mir
eine 'Schneide-Datei' mittels 'Edit_Schritte__5.exe' angelegt, die das
links stehende Bild erzeugt.
Größe:
-130mm bis +130mm in
X-Richtung, 0 bis 150mm in Z-Richtung.
Besonderheit,
hier ist der
Nullpunkt als Anfangspunkt/Absetzpunkt vorzusehen, weil ja der Stift
nicht über den Bildrand hinaus kann.
Also,
Magnettafel montieren, Papier auflegen und den Nullpunkt, von der
Arbeitsplatte, auf das Papier übertragen. Stift mit den Magneten an die
Platte heften (noch keine Gewichte), Führungsseile einhängen und 'von
Hand' soweit vorspannen, daß der Stift sauber auf dem Nullpunkt steht.
Motorstrom
einschalten, Gewichte anhängen und schon kann es losgehen mit der
Plotterei.
Am Endprodukt kann dann die Genauigkeit der
Maschine geprüft werden. Aber Vorsicht, auch das Lineal kann Fehler
haben, meins hatte scheinbar einen Übersetzungsfehler vom Chinesischen
ins Deutsche ;-)
Also, mit der Schiebelehre die auch
zum Messen des Seilrollendurchmessers verwendet wurde, gegenprüfen.
Schon
zu Beginn meiner Entwicklung habe ich mit einer Plot-Vorrichtung
experimentiert, um die Umsetzbarkeit und die mögliche Genauigkeit
abzuschätzen zu können.
Als ich neulich die fertige Maschine
wieder als Plotter verwendet habe, um ein 'Feintuning' durchzuführen,
da habe ich mir so meine Gedanken gemacht, welchen Einfluß die
unterschiedlichen Geometrie-Parameter haben.
Herausgekommen
ist ein Programm welches Änderungen an den unterschiedlichen
Geometrie-Parametern sichtbar macht:
15.4. Fehler-Simulations-Programm
Dieses
Programm zeigt
den Einfluß der Geometriedaten auf die Genauigkeit und mögliche Verzerrungen:
Fehlerdarstellung
Also,
Zip-Verzeichnis öffnen und die Dateien 'Geometrie_Test.DAT'
und 'Fehler_2.exe'
in ein Verzeichnis deiner Wahl verschieben.
'Fehler_2.exe' starten,
es zeigt sich folgendes Bild:

Als Erstes den Button
links oben drücken.
Jetzt werden die Geometriedaten aus der
Datei 'Geometrie_Test.DAT'
geladen.
Nun Kannst Du in den
weißen Feldern die Geometriedaten, nach deiner Vorstellung, verändern.
Anschließend Button 'Plot
ausführen' drücken.
Sofort wird ein grünes Rechteck
gezeichnet, dies
entspricht den Soll-Werten.
Darüber wird nun ein rotes
'Rechteck' gezeichnet, dieses zeigt das Ergebnis mit geänderten Werten.
Auf
diese Weise kannst du den Einfluß der unterschiedlichen Parameter
erkennen und bewerten.
Als
Fazit sehe ich Folgendes:
- Der
Abstand zwischen den beiden Motoren hat relativ geringen Einfluß auf
das Ergebnis, zumal sich dieses Maß recht gut auf 1mm genau ermitteln
läßt.
- Gleiches
gilt für die beiden Seillängen: Motorachse zum Nullpunkt.
Trotzdem müssen diese Werte gewissenhaft gemessen/ermittelt
werden, und auch der Nullpunkt darf nicht 'mal hier mal dort' definiert
werden.
- Empfindlicher
reagiert die Schrittweite. Diese läßt sich etwas schwerer ermitteln. *)
Aber,
so meine ich, sorgfältiges Messen reicht aus, um die Geometriedaten zu
ermitteln.
Du musst keine Plot-Vorrichtung bauen,
um deine Maschine mit ausreichender
Genauigkeit (±0.5%) zu betreiben.
*)
Ich
habe hier die Messung der Seilrollendurchmesser mit und ohne Seil
vorgeschlagen (Kapitel 'Geometriedaten'). Dieser Wert
kann/sollte
eventuell gegengeprüft werden, z.B. durch Aufrollen des Seiles über
1m und gegenrechnen der dazu nötigen Impulse (Bildschirmanzeige).
Stand
25.01.2011
< voriges Kapitel
nächstes Kapitel >
<< zurück zur
Startseite