Baubeschreibung

Anmerkung (18.01.2010):

Die im folgenden angesprochene 'Fernbedienung' ist ab sofort nicht mehr nötig!  Vielmehr werden die Funktionen 'Auf, Ab und Weiter' zur Steuerung der Motoren, von den Maustasten übernommen.
Dazu sind dann die Programme  
MotTest_mitMaus__2.exe  (ersetzt '
MotorenTest_1.exe')  und  
Handbetrieb_mitMaus_5.exe
 (ersetzt 'Handbetrieb_2.exe') nötig.
Aber Achtung! Beide Programme benötigen eine Maus mit 3 Tasten.
Ohne die mittlere Maustaste läßt sich das Programm (und damit auch der Rechner) nicht mehr abschalten!


9. Erste Inbetriebnahme

Jetzt wird's spannend !


Zum einen machen wir eine erste Funktionsprüfung,
zum anderen müssen wir die Maschine dazu bringen, daß der Schneidebügel am Nullpunkt angehoben wird und exakt in die Absetzpunkte abgelegt wird.
Damit haben wir die Ausgangslage für alle künftigen Abläufe.

Bei dieser Arbeit lernst du deine Maschine kennen.
Hierbei wird dich manch Unvorhergesehenes überraschen.
Du wirst des öfteren die Seile neu aufspulen müssen.
Du wirst viel Geduld brauchen !!!

Aber wenn das geschafft ist, dann bist du der Herr über deine Schneide-Maschine   ;-)

9.1 Vorbereitung und Funktionsprüfung


Schneidebügel montieren: Dazu den Schneidedraht über den Arbeitstisch, Spannbügel unter dem Arbeitstisch durchführen, Spanndraht spannen und einhängen.

Die vorbereiteten Seile (Kapitel 'Bau der Seiwinden') an den Motoren befestigen und die Seil-Enden mittels kleiner Gewichte belasten (50...60g, z.B. große Muttern. Damit ist ein gleichmäßiges Aufwickeln der Seile möglich.)

Stromversorgung/Netzteil
einschalten, jetzt sollten die Motoren so ein Haltemoment aufbauen, daß ein Durchdrehen der Seilwinden von Hand nur schwer möglich ist.

Jetzt die ZIP-Datei  Programme.zip  downloaden und die enthaltenen Dateien in ein Verzeichnis deiner Wahl kopieren (falls nicht schon im Kapitel 'Schneideprogramm' durchgeführt).

Wir benötigen davon folgende Dateien/Programme:


Nun kann der Rechner über die Parallelschnittstelle angeschlossen und das Programm
'MotorenTest_1.exe' gestartet werden (Doppelclick auf des Icon im EXPLORER).
Dieses Programm ermöglicht uns, die Motoren mittels der Fernbedienung 'von Hand', bzw. per Tastendruck zu bedienen.
Es erscheint folgendes Bild:


MotorenTest-Bild 
Wir lösen jetzt nur den 'Start'-Button aus, der Rest geht mit der Fernbedienung:
Mit den Tasten 'Auf' und 'Ab' wird das Seil auf-/abgewickelt.
Mit einem kurzen Druck auf 'Stop' wird zum nächsten Motor gewechselt. Dieser Wechsel wird akustisch begleitet:
Beep --> Motor1,     Beep, Beep --> Motor2,     usw.
So hört man, welcher Motor dran ist und muß nicht erst auf den Bildschirm schauen. Man kann sich also frei um die Arbeitsplatte bewegen und die jeweiligen Motoren im Auge behalten.
Wichtig ist jetzt, daß die Seile im Uhrzeigersinn aufgewickelt werden und daß dieser Vorgang auch mit der Taste 'Auf' im Einklang ist!
Wichtig ist auch, daß die Seile sauber auflaufen, Windung neben Windung! Dazu ggf. das Seil mit der Hand etwas führen.
Ist ein Seil ausreichend weit aufgewickelt, wird der Seilwickel mit der Seilklammer fixiert (Kapitel 'Bau der Seilwinden') und das Gewicht wieder  abgenommen.
Mit 'Stop' zum nächsten Motor wechseln und auch hier das Seil aufwickeln, usw.  
  
Das Programm kann verlassen werden, indem 'Stop' länger als 3 Sekunden gedrückt wird. Der Vorgang wird mit einem 'Beep'-Geprassel quittiert. Anschließend mit der Maus rechts oben auf x klicken.
Achtung! Beim Wechsel zwischen den Motoren immer eine Pause einhalten, sonst wird das Programmende ungewollt ausgelöst.



Anmerkung:
Mit diesem Programm kann die Schrittweite der einzelnen Seilwinden nachgeprüft werden (aus dem Kapitel 'Geometriedaten'). Dazu wird das Seil um eine definierte Länge auf-/abgewickelt. Die dafür nötige Impulszahl wird im Bildschirmfester des jeweiligen Motors (grün) angezeigt.


Jetzt wird der Schneidebügel in die (Führung-)Seile eingehängt und mittels der Motoren auf der Null-Linie positioniert.
 

An dieser Stelle können auch die 'Seillängen zum Nullpunkt' L1 bis L4 
(aus dem Kapitel 'Geometriedaten') noch einmal gegengeprüft und ggf. korrigiert werden.


9.2 Lage der Absetzpunkte ermitteln


Wir wechseln jetzt in das Programm  
'Handbetrieb_2.exe' .    
Es zeigt ein ähnliches Bild und ist genauso zu bedienen, wie 
'MotorenTest_1.exe'.

Handbetrieb-Bild
Der Unterschied, jetzt wird zusätzlich die Position des Schneidedrahtes angezeigt, als X-/Z-Koordinaten in Millimeter. Einmal für die Führungsebene Ost und auch für die Führungsebene West.


Wichtig ist, dieses Programm greift auf die Geometriedaten zurück !
Die Genauigkeit, mit der du deine Geometriedaten erfaßt hast, spiegelt sich in allen folgenden Arbeitsabläufen wieder !








Wir starten aus der 'Null-Lage' heraus und 'schaukeln' den Schneidebogen durch abwechselnde Betätigung der einzelnen Motoren bis in die Absetzpunkte. 

Das klappt vielleicht nicht beim ersten Mal, deshalb etwas üben bis der Vorgang sicher abläuft.

Notiere nun die Koordinaten deiner Absetzpunktediese sind künftig die Ausgangspunkte in all deinen Schneide-Dateien.
Von diesen Absetzpunkten aus beginnt der Schneidebügel seine Arbeit, nach hier kehrt er nach getaner Arbeit wieder zurück!     
      


9.3 Abschließende Prüfung


Wir wechseln jetzt in das Programm  
'Plot_Cut_7.exe', wir haben es schon im Kapitel 'Schneideprogramm' kennengelernt.
Wir werden damit die Absetzpunkte noch einmal gegenprüfen und dabei etwas Übung im Umgang mit der Schneidemaschine erlangen.
Ziel ist, den Schneidedraht aus der Absetzposition anzuheben und zum Nullpunkt (oder anderen Wunschpunkten) zu führen.



Zuvor öffnen wir eine Datei mit Schneide-Daten
, wie schon im Kapitel 'Schneideprogramm' angesprochen, mittels eines Editor-Programmes *):  
Wir wählen die Datei  
'Erstbetrieb.neu'  . Die Musterdatei finden wir in dem Zip-Verzeichnis.
Für den Erstbetrieb sind nur wenige Zeilen nötig, die folgenden Weg beschreiben sollen:
 - Absetzpunkte
 - auf Z=200mm anheben (mindestens. 20mm über den Absetzpunkten)
 - auf gleicher Höhe zum Nullpunkt vor fahren, Pause
 - absenken auf Z=10mm, Pause
 - anheben auf Z=200mm
 - zurück fahren, über die Absetzpunkte
 - absenken in die Absetzpunkte

So sieht das Ganze in der Datei  'Erstbetrieb.neu'
 dann aus.

Die Zeilen 1 bis 49 sind Kommentarzeilen und werden vom Programm überlesen, das trifft auch künftig auf alle *.neu-Dateien zu !


Editor


Und daran denken:
die Formatierung muß beibehalten werden, d.h. die Zahlen müssen an der gleichen Stelle stehen, wie in der Musterdatei !
Die ersten 49 Zeilen sind Kommentarzeilen und werden vom Programm überlesen !



Die geänderte  Datei  abspeichern!
   
Jetzt rufen wir das Programm  'Plot_Cut_7.exe'   auf, 
Cut_Plot_liob
tragen links oben den Namen unserer Schneidedaten-Datei 'Erstbetrieb.neu'
  ein und wählen in den darunter liegenden Feldern einen Plotbereich aus, der die Absetzpunkte mit einschließt, also '-500'  und '100' :




Mit Drücken des Buttons: Plot start wird der zu erwartende Schneideweg am Bildschirm dargestellt. 

Erscheint hier alles i.O. können mit  Schneidedaten erstellen  die endgültigen Schneidedaten erstellt werden.

Nach drücken der Taste Schneidevorgang starten  wird der eigentliche Schneidevorgang gestartet: 

Der Schneidebügel wird angehoben, zum Nullpunkt vor gefahren und bleibt in der ersten Pause-Stellung stehen.

Nach drücken der Return/Enter-Taste senkt sich der Bügel ab auf Z=10mm, bleibt wieder stehen und fährt nach erneutem Drücken der Return/Enter-Taste (oder Maus-click) zurück in die Absetzposition.

So sollte der Ablauf sein.

Jetzt kannst du die Datei
mittels 'UltraEdit' auch weiter bearbeiten und neue Wege beschreiben. *)

Läßt du den Schneidebügel in deinen Wunschkoordinaten pausieren (*P*), kannst du die Koordinaten auch mit einem Anschlagwinkel und einem Rollmeter o.ä. nachmessen.
Du kannst auch mit anderen Vorschub-/Schneidegeschwindigkeiten experimentieren und damit deine Maschine kennenlernen.


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*)  ich verwende 'UltraEdit'. Aber inzwischen ist dieses Programm nicht mehr als freeware erhältlich, deshalb ggf. auf einen anderen Editor ausweichen:
Ein geeigneter Editor muß die Zeilenzahl anzeigen, wie z.B.
der       
'PsPad Editor' ,     oder der  'Crimson Editor' .




**) Achtung! In der Datei
'Erstbetrieb.neu' müssen an diesen Stellen 
die Koordinaten deiner Maschine stehen.

9.4 Anmerkungen, oder auch 'das Kleingedruckte'


Wir haben in der Datei 
'Erstbetrieb.neu' sehr große Abstände zwischen den Koordinatenwerten vorgegeben. So fährt der Schneidebügel z.B. von -413/200 (Absetzpunkt) frei bis 0/200.
Wenn du den Weg genau beobachtest, wirst du erkennen, der Schneidebügel fährt nicht entlang einer Geraden, sondern er beschreibt einen leichten Bogen.
Dies liegt im Prinzip der Maschine, hier gibt es keine Lineare-Bewegung, vielmehr sucht ein Algorithmus den harmonischsten Weg von Punkt A nach Punkt B aus (harmonisch, bezogen auf die zur Seillängenänderung nötigen Schritte).
Aber das spielt im praktischen Betrieb keine Rolle !
Wir brauchen nur unsere Stützpunkte enger zu legen, und schon folgt der Schneidebügel unseren Vorgaben.
Wählt man Abstände unter 5mm, so sind Abweichungen nicht mehr meßbar.
Im realen Schneidebetrieb ist dies sowieso gegeben, denn ein Tragflächen-Profil wird nun mal von 100, 200 oder auch mehr Punkten beschrieben.


Und noch eins:
Im Schneide-Programm  
'Plot_Cut_7.exe'  wird rechts oben auch die Möglichkeit angeboten, den Schneidevorgang abzubrechen.
Allerdings wird dies damit erkauft, daß der Schneidebügel nicht in seine Absetzposition zurück fährt.
Vielmehr muß der Schneidebügel dann von Hand in die Absetzposition gebracht werden. Auch die Führungsseile müssen dann von Hand (Motoren stromlos machen / Netzteil vorübergehend abschalten) aufgewickelt werden.
Oder du bringst den Schneidebügel, wie oben beschrieben, mit dem Programm 
'MotorenTest_1.exe' zurück in die Absetzposition.


Vor jedem erneuten Einschalten der Maschine sollten die Führungsseile leicht vorgespannt werden. Dazu, vor dem Einschalten, die Seile mittels Gewindestummel am Motor/Seilwinde gefühlvoll auf Spannung bringen.
Dabei wirst du eine neue Eigenheit der Schrittmotoren feststellen: Wenn die Motoren von Hand durchgedreht werden, sind nur 25 Rastungen pro Umdrehung zu fühlen
(während die bestromten Motoren in der von uns gewählten Betriebsart 200 Schritte pro Umdrehung benötigen).   D.h., auch die Absetzposition ist beim Einschalten nur mit einer Genauigkeit von ±4 Schritten zu erreichen.
Im praktischen Betrieb spielt auch das keine Rolle, weil die geschnittenen Kerne in sich mit der hohen Auflösung von 200 Schritten/Umdr. geschnitten werden!






  

    

Stand  07.05.2010

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