Baubeschreibung
7. Geometriedaten ermitteln
7.1 Vereinbarung bezüglich der Richtungen

Bei
meinen Bemühungen alles zu dokumentieren, bin ich mit den
Begriffen links, rechts, vorne und hinten etwas 'ins Schleudern'
geraten. (Zumal links und rechts nicht mit dem Koordinatensystem
übereingestimmt hat und auch bei den Bauteilen rechts und links
wieder eine eigene Bedeutung haben.)
Deshalb benenne ich
im Folgenden die vier Richtungen auf der Arbeitsplatte mit den
Himmelsrichtungen, wie im Bild links dargestellt.
(Das entspricht
den Gegebenheiten in meiner Werkstatt.)
7.2 Geometriedaten
Vor
einer Inbetriebnahme müssen wir die Geometriedaten ermitteln.
Das sind die Werte, die das Programm benötigt, um die
XZ-Koordinaten in Seillängen umzurechnen:
Schritte pro Millimeter (Schrittweite) jeder Seilwinde
Abstand der Motoren zueinander
Seillängen der vier Seile zum Nullpunkt
Die
exakte Ermittlung dieser Geometriedaten ist entscheidend für die
Genauigkeit deiner Maschine !
Schritte
pro Millimeter:
Du
mußt
herausfinden, wieviele Schritte jeder Motor machen muß, um das
Führungsseil einen Millimeter auf- oder ab zu wickeln.
Dafür gibt es zwei
Möglichkeiten:
Die
'grobe' Methode -->
Durchmesser der Seiltrommel mit
einer Schieblehre messen (hier ist eine digitale Schieblehre
hilfreich), einmal die nackte Rolle (bei mir sind das 7.86mm)
und einmal den Durchmesser der bewickelten Rolle (bei mir 8.47mm).
Der Mittelwert daraus ist der wirksame Durchmesser (bei mir
8.17mm), macht 25.65mm Seil pro Umdrehung. Die Motoren betreibe ich
mit 200 Schritten pro Umdrehung.
Das ergibt folglich:
200 Schritte / 25.65 mm = 7.80
Schritte pro Millimeter.
Rollmeter
am Motor einhängen.
Seil mit einem kleinen Gewicht
beschweren.
Seilwinde mittels Programm MotTest_mitMaus__2.exe
betätigen.
Das Seil ca. 1000mm abwickeln und die
dazu nötigen Schritte am Bildschirm ablesen.
Anzahl
der Schritte / abgewickelte Seillänge = Schritte pro
mm
Diesen
Vorgang mehrmals für jeden Motor durchführen und den
Mittelwert bilden.
Auf die gleiche Weise die Werte für
alle vier Motoren bestimmen.
Abstand
der Motoren:
Für
die Berechnung der Seillängen wird auch der
Abstand Motor_1
zu Motor_2 (Ostseite) und der
Abstand Motor_3
zu Motor_4 (Westseite) benötigt.
Messen lassen sich
diese Größen am einfachsten mit einem 'Rollmeter', von
Achsstummel zu Achsstummel. (Bei mir sind das z.B. 1000mm
und 1002mm)
Seillängen
zum Nullpunkt:
Das
Programm setzt für die Berechnung voraus, daß
die Motoren in einer Ebene liegen, parallel zur Arbeitsplatte. (Sowohl die Motoren, als auch die Arbeitsplatte müssen sauber mit der Wasserwaage zueinander eingerichtet sein.)
der Koordinatenursprung genau in der Mitte zwischen den Motoren, auf der Arbeitsplatte liegt. (gilt sowohl für die Ost-, als auch für die Westseite).
Also müssen
wir noch die Mitte zwischen den Motoren suchen, einmal auf der Ost-,
einmal auf der Westseite:
Dazu messen wir (mit dem Rollmeter)
von der Achse des Motor_1 runter zur Außenkante der
Arbeitsplatte, dort wo wir die Mitte vermuten, und machen einen
Strich. Die gleiche Länge messen wir vom Motor_2 runter zur
Arbeitsplatte und machen wieder einen Strich. Die Mitte liegt nun
genau zwischen den Strichen, das ist auch der Nullpunkt für das
Koordinatensystem.
Das gleiche machen wir auf der Westseite.
So werden die Abstände (Seillängen) der jeweiligen Motorachsen zum Nullpunkt, für alle vier Motoren bestimmt. Gemeint ist das Maß von der Achs-Mitte zum Nullpunkt, also ggf. den Radius vom Meßwert noch abziehen. (In meinem Beispiel sind das 809, 809, 811 und 811mm)

Der
Nullpunkt liegt auf der Arbeitsplatte, in der Mitte zwischen den
Motoren, dort wo L1=L2 zutrifft.
Hinweis:
Der
mechanische Aufbau der Maschine muss nicht allzu genau erfolgen.
Allerdings ist wichtig, dass die Motoren und die
Arbeitsplatte 'im Wasser' sind und daß zwischen Ost- und Westseite
eine gute Symmetrie besteht.
Erst jetzt, mit der Erfassung
der Geometriedaten wir die Maschine sozusagen 'kalibriert' !
Allein
diese Werte werden vom Programm berücksichtigt und für die
Berechnung der Seillängen verwendet und bestimmen so die
Genauigkeit der Maschine.
7.3
Eingabe der Geometriedaten
Die
ermittelten Geometriedaten werden nun in die Datei
'Geometriedaten.DAT' eingegeben.
Lade dazu ein Muster der
'Geometriedaten.DAT' aus Programme.zip
in dein Arbeitsverzeichnis und trage die gemessenen Werte ein
(du benötigst dazu ein Editor-Programm wie z.B. 'PsPad
Editor' oder
'Crimson
Editor' ):
Die Musterdatei trägt bereits Platzhalter für die
verschiedenen Werte, du mußt nun deine Werte an die richtigen
Stellen schreiben, das sieht z.B. so aus:
Also, alle Zahlen an die gleichen Stellen schreiben wie im Beispiel, und Komma verwenden!
Stand 07.05.2010