Baubeschreibung
10. Schneidestrom
So,
unsere Maschine haben wir jetzt so weit, daß sie dem vorgegebenen
Schneideweg folgt. Jetzt brauchen wir nur noch den Schneidedraht
beheizen und eine Styroporplatte einlegen ...
10.1 Schneidestrom, Regelung mit
Dimmer
Wie
schon im Kapitel 'Schneidebügel' erwähnt, schneide ich meistens mit
einem Schneidestrom von 1.7A bis zu 2.5A, mit einem Widerstandsdraht von 0.4mm
Durchmesser. (ca. 8 Ohm/m)
Dazu verwende ich einen 24V-Trafo. (mehr dazu unter 10.3)
Ich
heize direkt mit Wechselstrom und verzichte auch auf eine
Spannungs-/Stromregelung. Nur einen Steckdosendimmer/Lampendimmer
(Pollin, Best.Nr. 550 374, ca. 5€) verwende ich, um den Strom auf den Sollwert zu bringen.
Kontrolliert/gemessen wird der Strom mit einem Multimeter (Aldi, ca. 8€).
Dabei stellt sich eine Drahttemperatur von über 250°C ein, in freier Luft (grob geschätzt über die Längenänderung).
Diese
relativ niedrige Drahttemperatur hat den Vorteil, daß der
Brenndurchmesser nicht zu groß wird (Ø unter 1.5mm) und daß die
Geruchsbelästigung sich in Grenzen hält.
10.2
Drahtspannung, Schneidestrom, Schneidegeschwindigkeit
Entsprechend diesem niedrigen Schneidestrom passe ich
die Schneidegeschwindigkeit an, mit 20ms Pause nach jedem Schritt
('0020' in der Schneidedatei). Das ergibt trotzdem noch ca. 6mm/s, also man
braucht nicht zu 'verhungern' bei dieser Arbeit.
Beim Schneiden
konischer Teile oder bei trapezförmigen Flächen ergeben sich unterschiedliche Schneidegeschwindigkeiten. Da muß man ein bisschen
experimentieren, um die geeignete Schnittgeschwindigkeit zu finden.
Optimal ist eine Oberfläche, die mit feinen Fäden belegt ist.
Ein weiteres Kennzeichen für die Schneidegeschwindigkeit ist:
Der
Draht darf nicht geschleppt werden, d.h. der Draht darf in der Mitte
nicht bogenförmig gezogen werden, sonst folgt der Schneidedraht nicht
den mitunter scharfen Richtungswechseln.
Hier muß
- die mechanische Drahtspannung ausreichend hoch sein,
- der Schneidestrom hoch genug sein und die
- Schneidegeschwindigkeit nicht zu groß sein.
Schneidegeschwindigkeit und Drahttemperatur prüfen:
Dazu legt man ein Stück Styropor (Würfel 5...10cm) auf die Arbeitsfläche (nicht festkleben!).
Das
Stück darf sich beim Schneiden nicht verschieben, sonst ist die
Drahttemperatur zu niedrig, oder die Schneidegeschwindigkeit zu hoch.
Ich empfehle sowieso, alle Schneidevorgänge zuerst
mit relativ dünnen, aufrecht stehenden Styropor-Resten, zu testen. So
bleibt die Abfallmenge überschaubar.
10.3 Schneidedraht, Versorgungsspannung
Ich schneide mit einem Draht von ca. 0.4mm Durchmesser.
Dieser
Draht ist ausreichend robust für den alltäglichen Betrieb, benötigt nur einen relativ kleinen Heizstrom und kann
mit wenig Aufwand gut gespannt werden (natürlich dürfen keine Knicke im
Draht sein, sonst läßt er sich auch mit viel Kraft nicht sauber, gerade
spannen).
Zudem ist der Brenndurchmesser mit ca. 1.5mm ausreichend klein.
Mir sind im Betrieb zweierlei Drähte untergekommen:
Stahldraht Ø 0,4mm federhart.
Dieser Draht hat ca. 4 Ohm pro Meter.
Hier reicht zum Betrieb ein Trafo mit 12V, der 3A...5A liefern kann.
besser, weil mechanisch widerstandsfähiger ist jedoch:
Widerstandsdraht/Chromnickeldraht, Ø 0,4mm, nichtrostend, nicht lötbar.
(Bezugsquelle z.B.: R&G oder Letmathe Stand Dez.2009 )
Dieser Draht hat ca. 8 Ohm pro Meter.
Hier ist zum Betrieb ein Trafo mit 24V nötig,
auch er sollte mindestens 3A...5A liefern können.
Den
Strom stelle ich mittels Dimmer ein.
Zur Anzeige verwende ich ein
Multimeter, welches Wechselstrom messen kann.
Es ist sehr wichtig den Strom anzuzeigen, damit beim nächsten Schnitt der Dimmer wieder richtig eingestellt werden kann!
Anmerkung:
24V
können durch Reihenschaltung zweier 12V-Trafos erreicht werden, aber
das sollte nur jemand vornehmen, der sich mit Strom auskennt, weil:
Werden zwei Trafos in Reihe geschaltet, so ist die Reihenfolge der Anschlüsse nicht egal !
Also,
wenn die Ausgangsspannung 0V beträgt, dann müssen die Anschlüsse eines
Trafos getauscht werden !
Außerdem müssen die Anschlüsse beider Trafos auf der 230V-Seite miteinander verlötet oder geklemmt werden !
Werden die Trafos nur in eine Steckerleiste eingesteckt, so besteht folgende Gefahr:
Wird
im Betrieb versehentlich einer der Stecker gezogen, so wird der Trafo
quasi von der Sekundärseite her bestromt. Folglich liegt jetzt
an der Primärseite, an den ungeschützten Steckerstiften, eine
lebensgefährliche Spannung an !!!!!!
Hier droht Lebensgefahr !!!!
D.h.,
die Trafos müssen primärseitig unbedingt vor Berührung geschützt sein.
Das erreicht man dadurch, daß beide Primäranschlüsse miteinander
verlötet oder geklemmt werden.
Also, keine Einzelstecker
verwenden !
Besser noch, gleich einen 24V-Trafo verwenden.
Stand 04.01.2011
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